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Holzpellets

Lagerung von Pellets

Die Planung eines Lagers für den Brennstoff Pellets ist sehr wichtig und sollte nicht unterschätzt werden. Immerhin könnte die Realisierung einer Pelletheizung letztlich an diesem Faktor scheitern. Zu beachten sind die festen Anforderungen an ein Pelletlager, außerdem gibt es einige wirklich sinnvolle Tipps zum Lagern von Pellets.

Vorgaben für das Pelletlager

Grundsätzlich ist die Lagerung von Brennstoffen über die FeuVo (Verordnung über Feuerungsanlagen und Brennstofflagerung) geregelt. Sie unterscheidet sich aber von Bundesland zu Bundesland! Holzpellets werden zwar nicht ausdrücklich erwähnt, gehören aber letztlich zu den so genannten festen Brennstoffen. Grundsätzlich gilt, dass bei einer Lagerung von weniger als 15to. keine besonderen Brandschutzmaßnahmen zu beachten sind. Man darf aber deshalb nicht davon ausgehen, dass für kleinere Lager keine Vorgaben zu beachten sind. Immerhin soll der Lagerraum aus feuerbeständigem Material bestehen. Ganz interessant sind hier auch ein paar Tipps, welche u. a. der TÜV einmal nannte:

  • Mindestens zwei Kupplungsstutzen (Füll- und Absaugstutzen) mit Lüftungsöffnungen von je 20 cm² freie Öffnungsfläche einbauen bzw. umrüsten.
  • Vor Betreten des Lagerraumes die Pelletheizung und Fördereinrichtung abschalten und die Zugangstür eine Viertelstunde zu Lüftungszwecken öffnen.
  • Füll- und Absaugstutzen elektrisch erden (min. 4 mm² Kupferader an der Hauspotenzialschiene)
  • Bei Arbeiten im Lagerraum immer Staubmaske tragen.
  • Fördereinrichtungen und elektrische Betriebsmittel regelmäßig entstauben (auch hier Staubmaske tragen)
  • Füllstandskontrolle über eine fest verschlossene Sichtscheibe durchführen

Weitere Hinweise zum Betrieb von Lagerräumen

Lagern kann man grundsätzlich im zu heizenden Gebäude oder außerhalb. Außerhalb der Gebäude könnte man z. B. in Sacksilos oder Erdtanks lagern. Denkbar wäre auch eine Lagerung in einem Nebengebäude. Allerdings sollte der Zuführweg zur Heizung nicht zu lang werden. Grundsätzlich dürften die vorhandenen räumlichen Gegebenheiten die Planung des Lagerraumes immer stark beeinflussen. Beim Neubau kann man etwas besser planen, beim Altbau weniger.

Ersetzt man etwa eine alte Ölanlage, so kann durchaus der alte innenliegende Öltank zur Lagerung genutzt werden. Eng wird es, wenn bislang per Ferngas geheizt wurde. Dann sind die örtlichen Gegebenheiten oft sehr begrenzt. Wenn überhaupt kein Platz ist, dann kommt eigentlich - sofern möglich - nur eine Außenlagerung in Frage. Sie kann relativ gut und günstig über Sacksilos realisiert werden. Etwas aufwändiger wäre die Tanklagerung. Sollte man hier einen alten Tank nutzen wollen, dann muss man prüfen, ob der Tank überhaupt umrüstbar ist. Fraglich ist hier oft, ob die Tankanschlüsse passen und ob die Saugförderung zur kompletten Entleerung überhaupt realisierbar ist.

Ein anderes Problem bei der Außenlagerung ist die Feuchtigkeit. Insbesondere die Kondensation ist hier oft schwer in den Griff zu bekommen. Man darf nie vergessen: Pellets sollen trocken gelagert werden, weil feuchte Pellets einen schlechten Brennwert haben.

Ein grundsätzliches Problem ist natürlich die Größe, welche ein Pelletlager benötigt. Das Lager sollte den Vorrat für eine Heizperiode aufnehmen können. Grundsätzlich kann man sagen, dass pro kW geplanter Heizleistung in etwa 0,9m³ geplant werden müssen. Bei einer 10kW Heizung wären das also ca. 9m³.

Damit der Lagerraum komplett entleert werden kann, muss er in der Regel mit Schrägflächen versehen werden. Dies erinnert entfernt an die Form eines Trichters, die Fördersysteme sitzen unten. Anders wäre eine gute Entleerung des Lagers nicht möglich. Dieser Aufbau mindert aber das Volumen eines evtl. vorhandenen Raumes erheblich, weil der Raum unterhalb der Schrägen nicht genutzt werden kann! Der Lagerraum sollte erfahrungsgemäß eine leicht rechteckige Form haben, also eher länglich als quadratisch sein. Der Vorteil ist die bessere Befüllbarkeit. Der Lagerraum sollte robust sein und er sollte trocken sein. Auch nicht zu unterschätzen ist der bauliche Zustand des Lagerraumes. Recht unangenehm können sich Mauer- und Putzstücke auswirken, wenn diese in das Lagergut fallen und in die Heizung eingetragen werden.

Der Lagerraum sollte nicht zu weit vom Kessel entfernt sein. Je weiter weg, desto aufwändiger die Zuführung. Ebenfalls wichtig ist eine Lage, die eine gute Anlieferung zulässt (gerade wenn man per LKW geliefert bekommt).

Der Zugang zum Pelletlager muss normalerweise geschlossen sein. Hierzu müssen in der Regel Feuerschutztüren T30 oder T60 verbaut werden, welche mit Warnschildern versehen sein sollen. Die Tür muss eine Dichtung nach außen besitzen und sollte innen gegen heranfallende Pellets gesichert sein. Grundsätzlich sind die Lagerräume weder zum Betreten noch zum längeren Aufenthalt gedacht (Ausnahme: Reinigung oder bei technischen Störungen). Wer in den Lagerraum muss, der sollte den Lagerraum zuvor mindestens 15 Minuten lüften. Es wird außerdem empfohlen, belüftete Deckel auf die Füll- und Absaugstutzen im Außenbereich des Hauses anzubringen. Die Deckel erzeugen Druckunterschiede, die wiederum im Lager zu einen natürlichen Luftaustausch führen. Dadurch kann es kaum zu einer besonderen Gaskonzentration kommen und Gerüche werden abtransportiert. Durch die spezielle Konstrukton der modernen Deckel kommt es weder zu Wassereintritt und Eisbildung, außerdem kommen durch die Deckel praktisch keine Schädlinge von außen in das Lager (also z. B. Mäuse).

Keine elektrischen Leitungen und Anschlüsse im Lagerraum

Im Lagerraum selbst sind elektrische Leitungen und Anschlüsse tabu. Auch die Beleuchtung muss, wenn vorhanden, in explosionsgeschützter Ausführung eingebaut sein. Die Einfüllrohre für die Pellets müssen auch geerdet werden. Dies dient alles zum Brandschutz und gegen eventuelle Staubexplosionen.

Problem Kohlenmonoxid Entwicklung

Durch eine falsche Lagerung von Holzpellets kann Kohlenmonoxid entstehen. Dieses geruchslosen Gas gilt als äußerst gefährlich, es kann zu einer Kohlenmonoxid Vergiftung führen - diese kann tödlich enden.

Man geht davon aus, dass das Kohlenmonoxid durch natürliche Abbauprozesse im Holz entstehen kann. Dabei ist die Gefahr der Kohlenmonoxidbildung umso größer, je wärmer es in einem Lager ist und je mehr Pellets dort gelagert werden.

Grundsätzlich ist es daher extrem wichtig, Pellets optimalerweise baulich getrennt von Wohnräumen zu lagern und die Lagerräume gut zu belüften. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der kann sich den Einbau von CO-Warnanlagen überlegen. Wie oben erwähnt, sollte man einen Lagerraum nie ohne vorherigen ausreichende Lüftung betreten.

Abschließend muss man festhalten: vor der Planung sollte man sich unbedingt gut informieren und einen Fachmann befragen. Sinnvoll kann die frühe Hinzuziehung des zuständigen Kaminkehrers sein.